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| Pionier
Akkordeonspieler Pierre Vanderhaegen spielte am königlichen Palast
zur Jahrhundertwende. Das verstärkte das fürstliche Interesse
am Instrument und der König stellte einen Preis für Akkordeonisten
bereit, den „König von Belgien Preis". Dieser wurde von vielen
belgischen und französischen Akkordeonisten gewonnen. Die erste
Werkstatt, die diatonische Akkordeons herstellte und verkaufte,
wurde vom Flötisten François Verhasselt (1813-1854) in Brüssel
eröffnet. Er war der erste Akkordeonlehrer Belgiens. Zwanzig
Jahre später kam ein Akkordeonist namens Solari von Italien
und eröffnete einen Laden. Jean-Joseph Vassart und Joseph Limage
begannen Akkordeons in Auvelais herzustellen. 1880 eröffneten
auch die Callewaert Brüder (Felix, Auguste und Charles) einen
Akkordeonladen. Bald hatte Belgien eine Rekordzahl von Akkordeonherstellern.
Die meisten von ihnen waren auch Importer italienischer Marken
wie: Scandalli, Dallape, Soprani, Vaccari, Parmelli. 1894 in
Namur entdeckte ein Akkordeonmacher, John Alexandry, die Basis
eines „System einer Harmonietabelle, das einem Instrument angepaßt
werden kann". Dieses neue Gerät wurde mit den Füßen betrieben
und produzierte Baßnoten. Es war sehr populär in Belgien und
Frankreich. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen viele Akkordeonisten
die auf einem diatonischen Akkordeon begonnen hatten, auf das
chromatische umzusteigen. Allgemein hieß Belgien diese Veränderung
willkommen. Die Stadt Liege war sehr populär bei chromatischen
Akkordeonisten aufgrund ihrer vielen Cafes, in denen sie auftreten
konnten. Diese
Cafes wurden von einigen der besten belgischen Künstler besucht,
wie z.B. Jules Pitt (mit dem Spitznamen „Jules der Regenschirm").
Er behauptete von sich selbst der beste Akkordeonist zu sein
und trainierte zwei Leibwächter, die sich um diejenigen kümmerten,
die dem nicht zustimmten. Es ist selten, Musiker zu finden die
zu körperlicher Kraft greifen um ihre Überlegenheit zu beweisen,
aber es gab auch genug musikalischen Enthusiasmus um eine Menge
Turniere zu organisieren. Diese wurden in Sälen gehalten, wo
die Öffentlichkeit bezahlen mußte um hineinzukommen, und dauerten
mehrere Stunden. Der Musiker, den die Öffentlichkeit besser
fand, wurde vom Verlierer ein paar Monate später wieder herausgefordert. Am Ende
des 19. Jahrhunderts, in der Nähe der Grenze von Belgien und
Frankreich, entwickelte sich das Akkordeon schnell. Viele Musiker
waren gleichzeitig Hersteller und Importeure. Es gab keine Standard
Modelle oder Organisationen. Das Akkordeon wurde von Musikschulen
nicht anerkannt und mußte sich seinen eigenen Weg bahnen, so
hatten sich Akkordeonisten das Spielen meist selbst beigebracht.
Es dauerte bis zum Anfang des Jahrhunderts, daß die ersten Lehrer
erschienen. Kürzlich hatte das Königliche Konservatorium von
Mons eine Akkordeonklasse unterrichtet von Jyossart Ceriaque,
der als einer der bestern Lehrer Belgiens gesehen wird. Es scheint, daß
in den letzten Jahren das Akkordeon an Popularität verloren hat. Diese
Abnahme begann Anfang der siebziger Jahre. Es scheint jedoch trotz allem
ein Interesse am Instrument vorhanden zu sein, und viele neue Akkordeonisten
tauchen auf. Verzeichnis
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