| DIE
GESCHICHTE DES AKKORDEONS IN AFRIKANISCHEN LÄNDERN
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Wir sind
daran gewöhnt, afrikanische Musik zu hören, die hauptsächlich
auf Schlaginstrumenten basiert, aber zwischen 1880 und 1940
war auch das Akkordeon sehr populär in Afrika. Weiße Missionare
haben wahrscheinlich das Akkordeon in Afrika eingeführt, und
ein Großteil der auf dem Akkordeon gespielten Musik des Kontinents
ist eine Mischung aus Kirchenliedern und Lateinischen Liedern.
Die Popularität
des Akkordeons ist sicher auch seiner robusten Konstruktion
und seiner Tragbarkeit zuzuschreiben. Aber während des Zweiten
Weltkrieges kam die Gitarre (und viele andere westliche Instrumente)
in Mode und der „alte Stil" symbolisiert durch das Akkordeon
verlor viele Anhänger.
Obwohl
viele Afrikaner Akkordeon spielten, sind nur wenige ihrer Namen
erhalten. Die meisten Musiker waren nur in ihrer näheren Umgebung
bekannt, oder möglicherweise bis ins Nachbardorf. Man findet
jedoch in jedem Land, in dem das Akkordeon populär war, wenigstens
eine Berühmtheit. Hier haben wir einige kurze Details über Länder
in Afrika:
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| GABON |
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Das Akkordeon
war hier populärer als in irgendeinem anderen westafrikanischem
Land. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Seefahrern zusammen
mit der Concertina und der Harmonika in Gabon eingeführt. Kwame
Asare (mit dem Spitznamen „Sam") begann seine Akkordeonmusik
und Concertinamusik in Großbritannien aufzunehmen. Ihm wurde
der dagomba Stil des Spielens ( eine zwei-Finger Technik) von
einem Seemann beigebracht.
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| GHANA |
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In den
19vierzigern hatte die „High Life Band of E.T.Mansah" einen
Akkordeonisten und daher enthielten mehrere ihrer Schallplatten
Akkordeon- und Concertinamusik. Heutzutage wird das Akkordeon
nicht mehr in Ghana gespielt.
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| KENIA |
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Muranga
Wagatonyie nahm 1970 eine Kassette mit einem einreihigen diatonischen
Akkordion auf. Es enthielt afrikanische Klänge und einen Walzer
im westlichem Stil und einige Stücke enthielten Gitarrenbegleitung.
In einer Aufnahme von 1940, die vornehmlich Stücke im Maringa
Stil enthält, ist das Akkordeon das Hauptinstrument. Leider
können wir heute keine Spur vom Akkordeon in Kenia entdecken.
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| LETHOSO |
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Über die
Jahre hinweg entwickelte sich in Lethoso eine starke Akkordeontradition,
und heute wird das Akkordeon in modernen Sotho Pop Bands gespielt.
Es wird begleitet von Tamburins, Gitarren und Baßgitarren. Die
Musiker sind halb-professionell und treten an Wochenenden auf.
Es gibt einen Akkordeonisten in der Gruppe „Tau La Linare".
Die Menschen von Süd-Sotho nahmen das Akkordeon in ihre traditionelle
Musik auf, und das Akkordeon ist jetzt oft das Hauptinstrument.
Als Begleitung findet man häufig die Baßgitarre und Schlaginstrumente.
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| NIGERIA
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Anfang
der dreißiger Jahre erschien die sogenannte „Juju Musik" in
den Städten Nigerias. Dieser Stil enthielt traditionelle, alltägliche
Arbeitsmusik und aufwendige Konzertmusik, begleitet von Schlaginstrumenten
und Gesang. In den Vierzigern wurde das Akkordeon von I.K.Dairo,
dem Pionier des „Juju melodeon" diesem Stil angepasst. Dairo
hatte sich das Akkordeonspielen selbst beigebracht und gründete
1954 das „Morning Star Orchester". 1963 wurde er zum „Mitglied
der Ordnung des Britischen Weltreichs"ernannt und hat in London
und Japan gespielt
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| SIERRA
LEONE |
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Das Akkordeon
wurde vom Mende Stamm gespielt. Dieser wohnte in einem 2600
Quadrat Kilometer Landstück im Südosten des Landes. Im allgemeinen
enthielten Bands westliche Instrumente wie die Gitarre, die
Harmonika und ein Akkordeon, das sehr populär wurde. Salias
Koroma (geb.1903) entstammte dem Yelibah Clan. Koromas Vater
Boboi Kandor war ebenfalls ein Akkordeonspieler. Er gab seinem
Sohn ein Akkordeon und sagte zu ihm, er solle lernen es zu spielen,
und so brachte er es sich selbst bei. Salias Koroma hat zahlreiche
Schallplatten aufgenommen und seine Biographie wurde von Herbert
Hinzen aufgenommen. Er veröffentlichte auch ein Buch.
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| SÜDAFRIKA |
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Das Akkordeon
kann man in Straßenbands in Soweto oder den Außenbezirken von
Johannesburg sowie auch in Bands des Afrikander-Volkes antreffen.
Diese Gruppen spielen vorrangig sogenannte „Boeremusiek" Musik,
und setzen dabei gewöhnlich die Concertina ein. Einer der berühmtesten
Afrikander-Akkordeonisten ist Nico Carstens, der seit über 50
Jahren Piano-Akkordeon spielt. Einige seiner Aufnahmen wurden
von der Plattenfirma "Capital Records" in den USA herausgebracht.
Nico Carstens wird auch der "König der Akkordeonmusik" genannt.
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| ZAIRE |
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Das Bambala
Volk, ursprünglich aus der Bandudu Region, spielte das Akkordeon
auf Festen und Familienfeiern. Es wurde stark von amerikanischen
Missionaren beeinflußt. In den Vierzigern führte Antonie Wendo
ausländische Rhythmen auf dem Akkordeon ein. Das wurde sehr
populär in Kneipen und Klubs. Seine Gruppe „Victoria" spielte
Rhumbas und Cha-chas. In den Fünfzigern eröffnete er sein eigenes
Unternehmen, in dem zahlreiche Musiker das erfanden, was später
"OK Jazz" genannt werden würde. Unter diesen Barmusikern war
der Akkordeonist Feruzi, der den Rhumba populär machte.
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| SANSIBAR |
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Ally Salin
spielte das Akkordeon in einer Band im lokalen Musikklub am
Anfang dieses Jahrhunderts. Der Klub bestand aus 42 Musikern
und zwei Technikern. Neben dem Akkordeon gab es Streichinstrumente,
Orgel, Schlagzeug, Elektrische Gitarre und Gesang. Mwachano
Juma spielte Akkordeon in einem dieser Klubs.
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