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Ich kann
mich sehr glücklich schätzen, die Gelegenheit gehabt zu haben,
nach Deutschland zu reisen um an den Remscheid Meisterklassen
teilnehmen zu können.
Ich wurde
am Frankfurter Flughafen von meiner Gastfamilie, den Wronski's,
abgeholt. Ich gelang, nach einem 25stündigen Flug, von dort
aus nach zwei Stunden Fahrtzeit nach Essen. Nachdem ich Schlaf
und Essen nachgeholt hatte, spielte ich mit Carina, der 14jährigen
Tochter, Duette und wir bewiesen somit, daß Musik, oder wenigstens
das Akkordeon, eine universelle Sprache ist.
Am nächsten
Morgen fuhren Frau Wronski und ich nach Remscheid, um dort eine
Woche intensiv Akkordeon zu spielen. Nach einer „molto prestissimo"
Rede von unserem Veranstalter (in der ich als Gast aus Übersee
erwähnt wurde, und ich nicht wußte wie und ob ich reagieren
sollte), bekamen wir individuellern Solounterrichtsstunden von
Professor Reidys erteilt. Danach wurde ich mitgenommen, um zwei
der vier Orchester anzuhören, mit denen ich später spielen sollte.
Nach dem Abendessen gab es ein wundervolles Konzert mit zwei
ostdeutschen Buttonsakkordeonisten, die Solos und Duetts von
originaler Akkordeonmusik und einigen Abschriften, darunter
Piazzola (ein Favorit bei den Deutschen) spielten.
Am nächsten
Tag, nach meinen Solostunden, wurde ich zu einem anderen kleineren
Ensemble gebracht, das zeitgenössische Akkordeonmusik(aber nicht
zu schlimm) spielte. Der Veranstalter war der Meinung, daß es
eine gute Idee wäre, wenn ich mit dieser Gruppe spielen würde,
aber ich glaubte, daß ich zu viele Schwierigkeiten haben würde,
mich in diese Musik einzufinden. Ich mußte später dann doch
hingehen und fand heraus, daß es nicht so schwierig war, wie
ich erst erwartet hatte. Mir wurde auch ein Begleiter für diesen
Tag zugewiesen. Er wurde mir von dem Veranstalter in Englisch
wie folgend vorgestellt: „Er ist ein sehr netter junger Mann,
der sehr gut mit jungen Damen umgehen kann!"... Nun, ich konnte
nicht herausfinden, ob das stimmte, aber er erwies sich als
ein sehr guter Begleiter.
Es passierte
mir auch, daß eine Frau auf mich zukam und mir erzählte, daß
sie mich in Melbourne als Straßenkünstlerin spielen gesehen
hatte!!! Ist die Welt nicht sehr klein??
Wir hörten
eine sehr interessante Vorlesung, die von einem über 80ig Jahre
alten Musiklehrer gehalten wurde, der sehr viel Wert auf Rhythmus
legte. Das Konzert an diesem Abend setzte sich aus einem Jugend-
und Erwachsenenorchester zusammen. Der Standard dieser Gruppen
war sehr hoch.
Donnerstag
spielte ich dann in dem Orchester, das von dem Perfektionisten,
Professor Dobler, dirigiert wurde. Wie Du Dir vorstellen kannst,
mußte ich die Musik nachvollziehen können und herausbekommen
wie der Professor sie gespielt haben wollte - und das in Deutsch!!
Das Konzert am Donnerstag setzte sich aus einer Schweizer Volksgruppe
zusammen. Die Spieler konnten das Pianoakkordeon, Buttonakkordeon
und unzählige diatonische Volksinstrumente spielen. Ich war
sehr erstaunt.
Jede Nacht
gingen wir nach dem Konzert in den Keller hinunter, um mit dem
Schweizer Akkordeonisten zu sprechen und ihm zuzuhören. Er war
erstaunlich. Ich beobachtete, daß, je mehr er drank, er umso
schneller spielte - und nach einigen Stunden spielte er in der
Tat sehr schnell!! Donnerstag Nacht war die Nacht bevor ich
in dem Konzert auftreten sollte. Ich war zum ersten Mal fähig,
eine anständige Konversation in Deutsch zu führen. Ich war in
Hochstimmung und fuhr fort, zu den zwei Schwestern zu sprechen,
als der Veranstalter vorbeikam (den ich später meine „Remscheid
Großmutti" nannte) und sagte (in Deutsch), „Du weißt, daß Du
morgen spielen mußt...ja...Du mußt gut spielen! Du möchtest
gut spielen, nicht wahr? Du mußt ins Bett gehen!" Und ich hatte
gedacht, daß ich meine Eltern loshatte?
Das Konzert
setzte sich aus einem Orchester aus Wien und mich zusammen.
Ich wurde damit geehrt, eine der zwei einzigen Solisten in diesem
Konzert zu sein und die Einzige, die an dem Remscheidkurs teilgenommen
hatte.
Die nächste
Woche wurde in Essen verbracht. Ich ging mit der 14Jährigen
für zwei Tage zur Schule (sehr interessant - besonders Englisch).
Ich hatte eine Unterrichtsstunde mit Professor Jurgen Lochter,
einem hervorragenden deutschen Akkordeonspieler, Komponist und
Lehrer, und hörte Proben der zwei Essener Akkordeon Orchester
an. Alles höchst interessant. Ich habe eine sehr wertvolle Erfahrung
dazugewonnen.
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